„Ja, wo laufen sie denn hin?“ – Prix d’Amérique in Vincennes

Traditionsreiches Trabrennen in der Nähe von Paris.

Denkt man an Pferderennen in europäischen Gefilden, so fällt einem meistens zuerst England ein. Man denkt an bunte, ausladende und reich verzierte Hüte bei den Damen, und möglicherweise an Zylinder und schwarzen Cutaways bei den männlichen Besuchern. Solcherlei adrette Aufmachungen sind aber nicht nur auf Derbys auf der Insel beschränkt, auch Frankreich hat so manches großes Pferderennen im Repertoire, das mit modischen Extravaganzen aufwartet.

Eines der größten und bekanntesten Rennen in unserem Nachbarland ist das seit 1920 jährlich stattfindende Prix d’Amérique im Hippodrom von Vincennes. Wer dieses Riesenspektakel noch besuchen möchte, sollte sich beeilen, denn traditionell werden die Peitschen am letzten Januarsonntag geschwungen.

Beim Prix d’Amérique handelt es sich um ein Trabrennen. Wie der Name schon sagt, ist hier nur die Gangart Trab erlaubt. Insbesondere in Deutschland und Österreich werden Trabrennen zumeist in Sulkys gefahren. Sulkys sind einachsige Pferdefuhrwerke, auf denen der Fahrer recht tief sitzend, die Zügel in der Hand hält. In Frankreich kommt es allerdings immer mehr in Mode, die Rennsulkys wegzulassen und die Trabrennen tatsächlich zu reiten.

Nur wer sich vorher qualifiziert hat, darf an diesem hochdotierten Rennen teilnehmen. Eine der Voraussetzungen ist ein vorher eingefahrenes Preisgeld einer niedrigen sechsstelligen Summe. Insgesamt vier Vorbereitungsrennen müssen mindestens mit dem vierten Platz belegt worden sein. Die Qualifikationen umfassen die Rennen: Prix de Bretagne, Prix du Bourbonnais, Prix de Bourgogne und den Prix de Belgique.

Aus der ganzen Welt strömen jedes Jahr etwa 40.000 Besucher nach Vincennes und machen das Prix d’Amérique-Rennen zu einer Sportveranstaltung der besonderen Klasse. Wer irgendwann genug von Pferden, Hüten und Zigarren hat, der kann auch einfach die Innenstadt von Vincennes erkunden. So lohnt sich ein Besuch des Schlosses von Vincennes, das eines der bedeutendsten Bauwerke Frankreichs ist.

Mehr Informationen zum Prix d’Amérique gibt es hier.


Geschrieben am 23.01.2012 von



2 Reaktionen zu “„Ja, wo laufen sie denn hin?“ – Prix d’Amérique in Vincennes”

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  • Claudia Seidel am 23.01.2012 um 12:07 Uhr (#)

    hallo,ich möchte am wochenende nach paris zum prix d amerique fahren. ist das mitführen von hunden auf der trabrennbahn gestattet?

  • Tobias (Webseite) am 24.01.2012 um 08:25 Uhr (#)

    Hallo,
    ganz genau weiß ich es leider nicht. In Frankreich werden die Bahnen in Typ A und Typ B unterteilt. Bei Typ A sind, meines Wissens, Hunde angeleint erlaubt. Ich würde allerdings von einem gänzlichen Hundeverbot ausgehen, sodass Sie vor dem Stadion nicht enttäuscht wieder umkehren müssen.

    Ansonsten bliebe Ihnen noch die Möglichkeit direkt im Stadion anzurufen: 0033 1 49 77 14 70

    Beste Grüße,
    Tobias



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